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Ratgeber für Eltern

Angekommen? Die ersten Wochen an der neuen weiterführenden Schule

Kurz gesagt: Die ersten Wochen an einer neuen Schule kosten Kinder enorm viel Kraft, weil alles gleichzeitig neu ist. Dass die Noten dabei vorübergehend absacken, ist bei den meisten Kindern normal und noch kein Grund zur Sorge. Geben Sie Ihrem Kind Zeit, halten Sie den Nachmittag ruhig und behalten Sie vor allem die Fächer im Blick, die aufeinander aufbauen. Wenn nach einigen Monaten weder die Stimmung noch die Noten sich erholen, lohnt sich ein genauerer Blick.

Heute hat in Berlin das neue Schuljahr begonnen. Für viele Kinder war es kein gewöhnlicher erster Schultag, sondern der Start an einer völlig neuen Schule. Nach Klasse 6 geht es an das Gymnasium oder an die Integrierte Sekundarschule, und wer einen Platz an einem grundständigen Gymnasium bekommen hat, wechselt sogar schon nach Klasse 4 in die fünfte Klasse. Am Nachmittag kommt Ihr Kind dann nach Hause, und Sie fragen sich, ob dieser erste Tag ein guter war. Die ehrliche Antwort lautet: Das lässt sich heute noch gar nicht sagen. Die ersten Wochen an einer neuen Schule sind eine Ausnahmezeit, und es hilft sehr zu wissen, was in dieser Zeit normal ist.

Warum die ersten Wochen so viel Kraft kosten

Aus der Grundschule kennt Ihr Kind einen überschaubaren Ort, eine feste Klassenlehrerin und einen Schulweg um die Ecke. Jetzt ist fast alles anders. Der Weg ist länger und führt oft zum ersten Mal allein durch die Stadt, das Gebäude ist größer, es gibt Raumwechsel, und statt einer Bezugsperson stehen plötzlich zehn oder mehr Lehrkräfte vor der Klasse, die alle eigene Regeln und Erwartungen mitbringen. Dazu kommt ein Punkt, den Erwachsene leicht übersehen. Ihr Kind war gerade noch das Größte an der Schule und ist nun das Kleinste. Diese Umstellung schluckt still sehr viel Energie. Wenn Ihr Kind in den ersten Wochen abends müde, kurz angebunden oder schneller gereizt ist als früher, dann ist das meistens genau das und kein Zeichen dafür, dass etwas schiefläuft.

So gelingt der Start an der neuen Schule in Berlin: Zeit geben, Ruhe zu Hause, Aufbaufächer wie Mathe und Sprachen im Blick behalten
Drei Hebel für die ersten Wochen: Zeit geben, Ruhe zu Hause, Aufbaufächer im Blick.

Wenn die Noten erst einmal sacken

Ein kleiner Noteneinbruch nach dem Schulwechsel ist so verbreitet, dass Fachleute ihn längst als normale Begleiterscheinung beschreiben. Aus der Zwei in Mathe wird eine Drei, aus der Eins im Diktat eine Drei minus, und viele Eltern erschrecken. Dahinter steckt selten fehlende Begabung. Es wird schlicht anders gearbeitet als in der Grundschule, das Tempo zieht an, es wird mehr selbst mitgeschrieben, und der Maßstab ist ein anderer, weil Ihr Kind jetzt mit lauter neuen Mitschülerinnen und Mitschülern verglichen wird. Bei den meisten Kindern erholen sich die Leistungen im Lauf des ersten Halbjahres wieder. Sagen Sie Ihrem Kind das ruhig auch so. Es entlastet enorm zu hören, dass eine schwächere erste Arbeit dazugehört und nichts über seinen Wert aussagt.

Wenn noch keine Freundschaften da sind

Die Sorge, die Eltern in dieser Zeit am meisten umtreibt, hat oft gar nichts mit Noten zu tun. Sie lautet: Mein Kind hat noch niemanden gefunden. Vielleicht sind die alten Freundinnen und Freunde auf andere Schulen verteilt worden, vielleicht haben sich in der neuen Klasse schnell Grüppchen gebildet. Hier hilft vor allem Geduld. Freundschaften entstehen selten in der ersten Woche, sondern über gemeinsame Erlebnisse, und die brauchen Zeit. Wirksam sind kleine, konkrete Brücken. Ein gemeinsamer Schulweg mit jemandem aus der Nähe, eine Arbeitsgemeinschaft am Nachmittag, ein Sportverein, eine Verabredung zu zweit statt in der großen Runde. Fragen Sie nicht jeden Tag nach, ob es nun geklappt hat. Das erhöht den Druck. Zeigen Sie lieber Interesse an dem, was Ihr Kind erzählt, und lassen Sie den Rest reifen.

Mehr Fächer und mehr Tempo

Mit der neuen Schule kommen neue Fächer dazu, in Klasse 7 häufig auch die zweite Fremdsprache. Wichtig ist zu wissen, dass nicht alle Fächer gleich empfindlich sind. In Erdkunde oder Geschichte lässt sich ein verpasstes Thema später nachholen. In Mathematik und in den Fremdsprachen ist das anders, denn dort baut jedes neue Thema auf dem vorigen auf. Wer den Anschluss im Herbst verliert, schleppt die Lücke oft über Jahre mit. Behalten Sie deshalb genau diese Fächer etwas aufmerksamer im Blick als den Rest, ohne daraus ein Kontrollprogramm zu machen. Ein kurzer Blick in Hefte und zurückgegebene Arbeiten alle paar Wochen reicht völlig.

Was zu Hause hilft, ohne Druck aufzubauen

Ihr Kind braucht jetzt vor allem Erholung und Verlässlichkeit. Ein ruhiger Nachmittag ohne vollen Terminkalender, feste Zeiten, ausreichend Schlaf und ein Zuhause, in dem nicht als Erstes nach Noten gefragt wird. Sehr viel wert ist außerdem Ordnung, weil an der neuen Schule mehr Material und mehr Termine zusammenkommen als je zuvor. Wie Sie mit einer festen Pack-Routine und einem einfachen Mappensystem Ruhe hineinbringen, lesen Sie in unserem Ratgeber Chaos im Ranzen. Und wenn der Wiedereinstieg nach den Ferien insgesamt noch holprig läuft, finden Sie im Ratgeber Sanfter Schulstart weitere Anregungen.

Wann Unterstützung von außen guttut

Ein schwacher Start ist normal, eine dauerhafte Schieflage ist es nicht. Hellhörig werden dürfen Sie, wenn sich nach mehreren Monaten nichts erholt, wenn Ihr Kind morgens regelmäßig nicht zur Schule will, oder wenn es in Mathe oder in einer Fremdsprache erkennbar den Faden verloren hat und selbst sagt, dass es nichts mehr versteht. Dann ist es klug, früh und in Ruhe gegenzusteuern, statt bis zum Halbjahreszeugnis zu warten. Bei AHA! Nachhilfe kommt eine Lehrkraft einzeln zu Ihnen nach Hause, in ganz Berlin. Gerade nach einem Schulwechsel ist das oft genau das Richtige, weil Ihr Kind ohnehin schon viele fremde Gesichter verkraften muss und hier ein vertrauter Mensch im vertrauten Raum arbeitet, im eigenen Tempo und ohne die Zuschauer einer ganzen Klasse.

Häufige Fragen von Eltern

Wie lange dauert es, bis sich ein Kind an der neuen Schule eingelebt hat?

Das ist sehr unterschiedlich. Manche Kinder fühlen sich nach wenigen Wochen zu Hause, bei anderen dauert es bis Weihnachten oder sogar bis zum zweiten Halbjahr. Beides ist im Rahmen. Entscheidend ist die Richtung. Solange es Schritt für Schritt besser wird, brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen.

Gibt es am Berliner Gymnasium noch ein Probejahr?

Nein. Seit dem Schuljahr 2025/26 ist das frühere Probejahr abgeschafft. An seine Stelle ist der Probeunterricht getreten, den Kinder mit einer schwächeren Förderprognose schon vor der Aufnahme absolvieren. Wenn Ihr Kind jetzt am Gymnasium angefangen hat, hängt also keine Bewährungsprobe mehr über dem ersten Schuljahr.

Kann mein Kind die Schule noch wechseln, wenn es dort gar nicht zurechtkommt?

Ein Wechsel ist grundsätzlich möglich, hängt aber von freien Plätzen an der Wunschschule ab. Sprechen Sie zuerst mit der Klassenleitung und der Schulleitung, denn oft lässt sich vieles auch an Ort und Stelle lösen. Warten Sie mit dieser Entscheidung nach Möglichkeit die Eingewöhnung ab, weil sich die meisten Startschwierigkeiten von allein geben.

Ihr Kind braucht Unterstützung?

Wir finden die Lehrkraft, die fachlich und menschlich zu Ihrem Kind passt, für Nachhilfe bei Ihnen zu Hause in Berlin.

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