Ratgeber für Eltern
Wechsel aufs Gymnasium: warum in Berlin schon Klasse 5 und 6 zählen
Kurz gesagt: Für den Zugang zum Berliner Gymnasium zählen die Noten in Deutsch, Mathematik und der ersten Fremdsprache aus zwei Zeugnissen, nämlich dem zweiten Halbjahr der fünften und dem ersten Halbjahr der sechsten Klasse. Liegt die Summe dieser Noten bei höchstens 14, ist die Bewerbung am Gymnasium möglich. Darüber führt der Weg über den Probeunterricht. Wichtig zu wissen ist vor allem eines. Das erste Halbjahr der sechsten Klasse läuft gerade, es ist also nicht mehr viel Zeit, aber noch genug, um etwas zu bewegen.
Wenn im Frühjahr die Anmeldungen für die weiterführenden Schulen anstehen, sind viele Familien überrascht. Sie hatten damit gerechnet, dass sich die Frage nach Gymnasium oder Integrierter Sekundarschule erst dann stellt. Tatsächlich ist zu diesem Zeitpunkt schon fast alles entschieden, denn die Grundlage dafür ist längst gelegt.
Welche Zeugnisse wirklich zählen
In die sogenannte Förderprognose fließen die Noten aus zwei Halbjahren ein. Aus dem zweiten Halbjahr der fünften Klasse und aus dem ersten Halbjahr der sechsten Klasse. Betrachtet werden dabei die drei Kernfächer Deutsch, Mathematik und die erste Fremdsprache, dazu kommt eine Durchschnittsnote über alle Fächer.
Für Sie heißt das ganz konkret: Wenn Ihr Kind jetzt in der sechsten Klasse ist, läuft gerade eines der beiden entscheidenden Halbjahre. Das Zeugnis dafür kommt im Januar oder Februar. Und wenn Ihr Kind in der fünften Klasse ist, beginnt das erste der beiden Halbjahre im Februar. Vorher passiert nichts, was für den Übergang zählt, danach ist es festgeschrieben.
Was die Notensumme 14 bedeutet
Aus den Noten der drei Kernfächer in diesen beiden Halbjahren wird eine Summe gebildet. Es sind also sechs Noten, drei Fächer aus zwei Zeugnissen. Liegt diese Summe bei höchstens 14, kann Ihr Kind am Gymnasium angemeldet werden. Das entspricht ungefähr einem Schnitt von 2,3 in Deutsch, Mathematik und der ersten Fremdsprache.
Was viele Eltern dabei unterschätzt haben: Eine einzige schwache Note in einem der drei Fächer kann die ganze Summe kippen, selbst wenn Ihr Kind in allen anderen Fächern glänzt. Wer also weiß, dass Mathematik oder Englisch gerade wackelt, sollte nicht auf das nächste Zeugnis warten und hoffen. Genau in diesen Fächern lohnt sich Unterstützung am meisten, oft reicht schon eine Notenstufe.
Wenn es knapp wird, der Probeunterricht
Liegt die Notensumme über 14, ist der Weg aufs Gymnasium nicht versperrt. Ihr Kind kann die Eignung dann über den Probeunterricht nachweisen. Die Anmeldung dafür läuft im Februar, der Probeunterricht selbst findet ebenfalls im Februar statt, kurz vor dem eigentlichen Anmeldezeitraum im März. Das frühere Probejahr am Gymnasium, vor dem viele Eltern jahrelang Respekt hatten, gibt es in dieser Form nicht mehr.
Der Probeunterricht ist eine echte Chance, aber er ist auch eine Prüfungssituation unter fremden Menschen, an einem einzigen Tag. Kinder, die ohnehin unsicher sind, geraten dort schnell unter Druck. Deshalb ist es der ruhigere Weg, die Noten im laufenden Halbjahr zu stabilisieren, statt alles auf diesen einen Termin zu setzen.
Was Sie im laufenden Halbjahr noch tun können
Schauen Sie zuerst nüchtern auf die drei Kernfächer und fragen Sie sich, wo Ihr Kind wirklich steht. Nicht, was es könnte, wenn es sich mehr anstrengen würde, sondern was im letzten Zeugnis stand und wie die letzten Arbeiten ausgefallen sind. Häufig zeigt sich dabei, dass es gar nicht um alle Fächer geht, sondern um ein einziges, in dem eine Lücke aus dem Vorjahr nachwirkt.
Sprechen Sie mit der Klassenlehrkraft. Sie kann meistens gut einschätzen, ob eine Note noch beweglich ist. Und wenn Sie Unterstützung holen möchten, dann jetzt und nicht im Januar. Eine Note verändert sich nicht in zwei Wochen, sie verändert sich über ein halbes Jahr mit regelmäßiger Arbeit. Unsere Grundschul-Nachhilfe setzt genau hier an, meistens in Mathematik, Deutsch oder Englisch.
Und wenn es die Integrierte Sekundarschule wird?
Dann ist das kein Scheitern. Diesen Satz sagen wir ehrlich und nicht nur zum Trost. An der Integrierten Sekundarschule ist das Abitur ebenso möglich, nur mit einem Jahr mehr Zeit, und für viele Kinder ist genau dieses Jahr ein Gewinn. Manche blühen dort auf, weil das Tempo besser passt und weil sie nicht dauernd am unteren Rand mitlaufen.
Wir halten wenig davon, ein Kind auf eine Schulform zu drücken, die ihm nicht entspricht. Es geht nicht darum, Ihr Kind passend zu machen. Es geht darum, dass die Tür offen bleibt, solange die Entscheidung noch nicht gefallen ist, und dass Ihr Kind dabei nicht das Zutrauen in sich selbst verliert. Wenn Sie sich fragen, wie es nach dem Wechsel weitergeht, finden Sie das auf unserer Seite zur Nachhilfe am Gymnasium.
Häufige Fragen zum Übergang
Zählt das aktuelle Halbjahr meines Kindes in der sechsten Klasse wirklich schon?
Ja. Für die Förderprognose werden das Zeugnis aus dem zweiten Halbjahr der fünften Klasse und das Zeugnis aus dem ersten Halbjahr der sechsten Klasse herangezogen. Das Halbjahr, das gerade läuft, ist also eines der beiden, die am Ende zählen.
Was passiert, wenn die Notensumme über 14 liegt?
Dann ist eine Anmeldung am Gymnasium weiterhin möglich, die Eignung muss aber über den Probeunterricht nachgewiesen werden. Dafür meldet man sich im Februar gesondert an. Wer diesen Weg nicht gehen möchte, wählt eine Integrierte Sekundarschule oder Gemeinschaftsschule, an der das Abitur ebenfalls erreichbar ist.
Bringt Nachhilfe in einem einzigen Fach überhaupt genug?
Sehr oft ja. Weil in die Notensumme nur Deutsch, Mathematik und die erste Fremdsprache eingehen, kann eine einzelne Verbesserung um eine Notenstufe den Ausschlag geben. Entscheidend ist der Zeitpunkt. Wer ein halbes Jahr regelmäßig arbeitet, hat gute Chancen, wer vier Wochen vor dem Zeugnis beginnt, meist nicht mehr.
Sollten wir unser Kind unter Druck setzen, damit es aufs Gymnasium kommt?
Bitte nicht. Druck verschlechtert die Leistungen bei den meisten Kindern eher, als dass er hilft, und er beschädigt das Vertrauen zwischen Ihnen und Ihrem Kind. Hilfreicher ist es, die konkrete Lücke zu schließen und Ihrem Kind das Gefühl zu geben, dass es geschafft werden kann. Welche Schule am Ende die richtige ist, entscheidet sich ohnehin nicht allein an der Notensumme.
Ihr Kind braucht Unterstützung?
Wir finden die Lehrkraft, die fachlich und menschlich zu Ihrem Kind passt, für Nachhilfe bei Ihnen zu Hause in Berlin.
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