Ratgeber für Eltern
Herbstferien in Berlin: lernen oder Pause? Was Ihrem Kind jetzt guttut
Kurz gesagt: Die Herbstferien sind kurz, und in zwei Wochen vergisst ein Kind kaum etwas. Für die meisten Kinder ist die Pause deshalb die richtige Wahl. Lernen lohnt sich nur, wenn die erste Arbeit deutlich danebenging, wenn ein neues Fach nicht in Gang kommt oder wenn dieses Halbjahr besonders zählt, etwa in Klasse 6 oder Klasse 10. Dann reicht eine kleine Portion, am besten in der zweiten Ferienwoche, zu einer festen Zeit und mit klarem Ende.
Am 19. Oktober beginnen in Berlin die Herbstferien, und bis zum 31. Oktober bleibt die Schule zu. Das Schuljahr läuft dann seit acht Wochen, die ersten Klassenarbeiten liegen korrigiert im Hefter, und in vielen Familien steht dieselbe Frage im Raum. Soll unser Kind die zwei Wochen zum Lernen nutzen, oder soll es einfach mal nichts müssen? Manche Eltern hören, dass in anderen Familien geübt wird, und bekommen ein schlechtes Gewissen. Andere sehen ihr müdes Kind und wissen, dass es Ruhe braucht. Die Antwort hängt weniger von den Ferien ab als davon, wie die ersten acht Wochen gelaufen sind.
Braucht mein Kind die Pause wirklich?
Ja, in aller Regel schon. Die ersten Wochen eines Schuljahres sind anstrengender, als sie von außen wirken. Neue Lehrkräfte, ein neuer Stundenplan, in Klasse 7 eine ganze Reihe neuer Fächer, dazu die ersten Arbeiten, bei denen niemand genau weiß, was erwartet wird. Kinder zeigen diese Anstrengung oft erst, wenn die Anspannung nachlässt. Fachleute sind sich in einem Punkt ziemlich einig. Ferien sind zuerst zum Erholen da, und wer ausgeruht zurückkommt, lernt danach schneller als ein Kind, das die Ferien mit einem Arbeitsplan verbracht hat. Das gilt für die zwei Wochen im Oktober besonders, weil das Schuljahr danach ohne Unterbrechung bis Weihnachten weitergeht.
Vergisst mein Kind in zwei Wochen viel?
Nein, das ist die beruhigende Nachricht. Das Vergessen, vor dem in vielen Ratgebern gewarnt wird, betrifft die sechs Wochen im Sommer. In zwei Wochen geht wenig verloren, was vorher wirklich verstanden war. Was tatsächlich wegrutscht, ist der Stoff, der noch nie richtig saß, und davon gibt es zu Beginn eines Schuljahres mehr, als viele Eltern denken. In Klasse 5 und 6 beginnt die Bruchrechnung, in Klasse 7 kommen die zweite Fremdsprache und die ersten Gleichungen dazu, in der Oberstufe wird aus der Klassenarbeit die Klausur. Wer hier nach acht Wochen noch unsicher ist, wird nach den Ferien nicht sicherer, denn das nächste Thema baut auf dem letzten auf. Die Frage lautet also nicht, ob Ihr Kind etwas vergisst, sondern ob es etwas mitnimmt, das schon vor den Ferien wacklig war.
Wann sich Lernen in den Herbstferien lohnt
Es gibt drei Situationen, in denen eine kleine Lernportion in den Herbstferien mehr bringt als jede andere Zeit im Jahr. Die erste ist eine deutlich schlechte erste Arbeit in einem Fach, das aufeinander aufbaut, also in Mathematik oder in einer Sprache. Eine Vier oder Fünf nach acht Wochen ist kein Drama, aber ein Hinweis, dass etwas Grundlegendes fehlt, und die Ferien sind der einzige Moment, in dem sich das klären lässt, ohne dass parallel neuer Stoff dazukommt. Die zweite Situation ist ein neues Fach, das nicht in Gang kommt, zum Beispiel Französisch, Latein oder Physik in Klasse 7. Die dritte ist ein Halbjahr, das besonders zählt. In Klasse 6 fließt das erste Halbjahr in die Förderprognose ein, in Klasse 10 rückt der MSA näher, und in der Oberstufe geht jede Klausur in die Abiturwertung ein. Wenn keiner dieser drei Punkte zutrifft und Ihr Kind mit einer Zwei oder Drei nach Hause kommt, dann ist die beste Entscheidung die Pause, auch wenn die Nachbarn es anders machen.
Wie viel ist genug?
Weniger, als die meisten Eltern annehmen. Ein Grundschulkind kann in den Ferien etwa zwanzig bis dreißig Minuten am Stück konzentriert arbeiten, ein älteres Kind vielleicht eine Dreiviertelstunde. Mehr bringt nichts, es verdirbt nur die Stimmung. Sinnvoll sind vier bis sechs solcher Einheiten über die zwei Wochen verteilt, nicht jeden Tag. Lassen Sie die erste Ferienwoche möglichst ganz frei, dann ist Ihr Kind in der zweiten Woche ausgeruht und nimmt eher etwas auf. Legen Sie eine feste Uhrzeit fest, am besten vormittags, und ein klares Ende, nach dem der Tag wirklich frei ist. Und entscheiden Sie das gemeinsam mit Ihrem Kind. Wer weiß, warum er dreimal eine halbe Stunde übt, macht mit. Ein Kind, dem der Plan übergestülpt wird, wehrt sich, und dann ist die Zeit verloren.
Was Sie zu Hause konkret tun können
Der beste Wegweiser liegt schon auf dem Tisch. Die korrigierte Klassenarbeit zeigt genauer als jeder Test, wo es hakt. Schauen Sie sich mit Ihrem Kind an, welche Aufgaben falsch waren und ob dieselbe Art von Fehler mehrfach vorkam. Ein Kind, das dreimal den gleichen Fehler beim Erweitern von Brüchen macht, hat keine Lücke im ganzen Fach, sondern ein einziges Thema nicht verstanden. Genau das lässt sich in zwei Wochen aufholen. Danach reicht oft Wiederholen mit kleinen Mitteln, etwa zehn Minuten Kopfrechnen beim Frühstück, Vokabeln auf Kärtchen, ein Kapitel laut vorlesen. Und wenn das gemeinsame Üben regelmäßig in Streit endet, ist Ihr Kind nicht faul. Es zeigt nur, dass Eltern selten die richtigen Lehrkräfte für ihre eigenen Kinder sind. Was dann hilft, lesen Sie in unserem Ratgeber Lernen ohne Streit.
Wann Unterstützung von außen sinnvoll ist
Wenn eine der drei Situationen von oben zutrifft und Sie merken, dass Sie das Thema selbst nicht erklären können oder wollen, sind die Herbstferien ein guter Moment für gezielte Nachhilfe in Berlin. Zwei oder drei Doppelstunden in der zweiten Ferienwoche bringen mehr als dieselben Stunden im laufenden Schulbetrieb, weil der Kopf frei ist und kein Hausaufgabenberg dazwischenliegt. Eine Lehrkraft, die einzeln kommt, sieht in der ersten Stunde, ob die Lücke bei den Brüchen liegt oder schon beim Einmaleins, und arbeitet genau dort. Bei Nachhilfe Berlin von AHA! kommt die Lehrkraft zu Ihnen nach Hause, in allen Berliner Bezirken, und Sie entscheiden selbst, ob es bei den Ferienstunden bleibt. Für die Grundschule, für Mathematik und für die Vorbereitung auf den MSA haben wir eigene Seiten. Und falls Ihr Kind in keine der drei Situationen passt, gönnen Sie ihm die zwei Wochen. Ein ausgeruhtes Kind holt im November mehr nach als ein müdes im Oktober.
Häufige Fragen von Eltern
Darf die Schule über die Herbstferien Hausaufgaben aufgeben?
In Berlin entscheidet jede Schule selbst darüber. Das Schulgesetz überträgt der Schulkonferenz die Grundsätze über Umfang und Verteilung der Hausaufgaben, dort sitzen auch Eltern mit am Tisch. Als Orientierung gilt an vielen Schulen noch die alte Berliner Ausführungsvorschrift, die für die Klassen 1 bis 10 keine Hausaufgaben über die Ferien vorsah. Wenn Ihr Kind mit einem Stapel Aufgaben in die Ferien geht, fragen Sie bei der Klassenleitung oder den Elternvertretern nach, welche Regel an Ihrer Schule beschlossen ist.
Sollte mein Kind in den Ferien schon den neuen Stoff vorlernen?
Davon raten wir ab. Ein Kind, das den Stoff schon kennt, langweilt sich im Unterricht oder verwirrt sich, weil die Lehrkraft ihn anders erklärt als das Buch. Sinnvoll ist das Gegenteil, nämlich das zu festigen, was vor den Ferien behandelt wurde. Wer die Grundlagen sicher hat, versteht das Neue nach den Ferien von allein schneller.
Läuft die Nachhilfe bei AHA in den Herbstferien weiter?
Das entscheiden Sie. Viele Familien machen in den Ferien eine Pause, andere nutzen gerade die ruhigen Tage, um ein einzelnes Thema in Ruhe aufzuarbeiten. Beides ist möglich, und Sie können auch nur für die zweite Ferienwoche zwei oder drei Termine vereinbaren. Sprechen Sie es einfach mit uns ab.
Ihr Kind braucht Unterstützung?
Wir finden die Lehrkraft, die fachlich und menschlich zu Ihrem Kind passt, für Nachhilfe bei Ihnen zu Hause in Berlin.
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