Einzelnachhilfe zu Hause in ganz Berlin · seit 2003 · Lehrkraft werden ☎ 0155 67 73 62 08

Ratgeber für Eltern

Eine Fünf in der ersten Arbeit: wie die Zeugnisnote in Berlin entsteht

Kurz gesagt: Eine einzelne Klassenarbeit ist nie die halbe Zeugnisnote. In Berlin gehen sämtliche schriftlichen Leistungen zusammen etwa zur Hälfte ein, und dazu zählen auch Tests und kleinere Überprüfungen. Die andere Hälfte entsteht im Unterricht. Wie genau gewichtet wird, legt jede Schule selbst fest, und Sie haben das Recht, sich die Note erklären zu lassen. Nach einer schwachen Arbeit im September ist deshalb sehr viel offen, vorausgesetzt, die Lücke dahinter wird geschlossen.

Das Berliner Schuljahr hat am 24. August begonnen, und schon in den ersten Wochen kommen die ersten Arbeiten zurück. Wenn darunter eine Fünf steht, ist der Abend zu Hause meistens gelaufen, und irgendwann fällt der Satz, den fast alle Eltern kennen. Ist das Halbjahr damit vorbei? Die Frage ist berechtigt, denn kaum jemand erklärt Eltern verständlich, wie eine Zeugnisnote überhaupt zustande kommt. Im Netz widersprechen sich die Antworten, weil sie aus allen möglichen Bundesländern stammen. Für Berlin steht die Grundlage aber schwarz auf weiß in der Sekundarstufe I-Verordnung und in der Grundschulverordnung. Und die entlastet mehr, als viele denken.

Nein, eine Arbeit ist nicht die halbe Note

Der häufigste Irrtum steckt schon in der Frage. In der Verordnung heißt es, dass in Fächern mit Klassenarbeiten sämtliche schriftlichen Leistungen etwa zur Hälfte in die Zeugnisnote eingehen. Das Wort sämtliche ist entscheidend. Gemeint ist nicht die eine Arbeit, sondern alles Schriftliche des Halbjahres zusammen, also auch kurze Tests, Vokabelüberprüfungen und angekündigte Kontrollen.

Am einfachsten wird das an einem Beispiel. Nehmen wir Mathematik, und Ihr Kind schreibt in diesem Halbjahr drei Arbeiten und zwei kurze Tests. Dann ist die misslungene Arbeit eine von fünf schriftlichen Noten. Diese fünf zusammen machen die eine Hälfte der Zeugnisnote aus. Die andere Hälfte entsteht im Unterricht und bleibt von der Fünf völlig unberührt. Die schlechte Arbeit ist am Ende also einer von vielen Bausteinen und nicht das halbe Zeugnis. Das ist ärgerlich, und trotzdem ist sehr viel mehr offen, als es sich an diesem Abend anfühlt.

Eine Ausnahme gibt es. Wenn ein Fach im ganzen Halbjahr nur eine einzige Arbeit vorsieht, dann wiegt sie tatsächlich schwer. In diesem Fall lohnt es sich, früh zu reagieren, statt bis Januar zu warten.

Wie die Zeugnisnote in Berlin entsteht: alle schriftlichen Arbeiten und Tests zusammen und der Unterricht ergeben je zur Hälfte die Note
Nicht die eine Arbeit zählt, sondern alles Schriftliche zusammen. Die andere Hälfte entsteht im Unterricht.

Die Hälfte, die im Unterricht entsteht

Die andere Hälfte wird nicht am Schreibtisch verdient, sondern im Klassenraum. Dazu gehören die mündliche Beteiligung, Referate und Präsentationen, Gruppen- und Partnerarbeit, Heftführung und Hausaufgaben. In Fächern ohne Klassenarbeiten, in Geschichte, Biologie, Musik oder Kunst etwa, hängt sogar fast die gesamte Note daran. Für viele Kinder ist genau das die gute Nachricht, denn hier lässt sich ohne Prüfungsdruck etwas bewegen, und zwar ab der nächsten Stunde. Für stille Kinder ist es allerdings auch die schwierigste Hälfte. Wenn Ihr Kind den Stoff beherrscht, sich aber nicht traut, etwas zu sagen, hilft der Ratgeber Mein Kind meldet sich nicht weiter, dort geht es ausführlich darum, wie man diese Hälfte behutsam stärkt.

Wo Ihre Schule ihre Gewichtung festgelegt hat

Ab hier hört die landesweite Regel auf. Die Verordnung sagt ausdrücklich, dass die weiteren Grundsätze der Leistungsbeurteilung von der Gesamtkonferenz auf Vorschlag der Fachkonferenzen beschlossen werden. Übersetzt heißt das, jede Berliner Schule legt für jedes Fach selbst fest, wie sie innerhalb dieses Rahmens gewichtet. Deshalb widersprechen sich die Auskünfte anderer Eltern so oft, und deshalb hilft es wenig, im Netz nach Prozentzahlen zu suchen. Der zuverlässige Weg führt über die eigene Schule. Viele Berliner Schulen veröffentlichen ihre Grundsätze der Leistungsbewertung auf der eigenen Internetseite, oft im Bereich für Eltern oder bei den einzelnen Fachbereichen. Finden Sie dort nichts, fragen Sie im Sekretariat oder bei der Klassenleitung danach, das ist ein ganz normaler Vorgang und kein Misstrauensbeweis.

Wichtiger noch, Sie haben ein Recht darauf, die Note erklärt zu bekommen. In der Sekundarstufe müssen Noten den Schülerinnen und Schülern sowie den Eltern auf Wunsch erläutert und begründet werden, in der Grundschule sogar eingehend begründet und ohne dass Sie ausdrücklich darum bitten müssen. Fragen Sie dabei nicht, ob die Note stimmt, sondern wie sie zustande gekommen ist und woran Ihr Kind konkret arbeiten kann. Diese Frage kommt bei Lehrkräften gut an, weil sie nach vorne zeigt.

In der Grundschule gelten eigene Regeln

Bis Klasse 6 sieht die Sache anders aus, und viele Eltern wissen das nicht. In der Schulanfangsphase gibt es in Berlin überhaupt keine Noten, dort wird ausschließlich verbal beurteilt. In den Jahrgangsstufen 3 und 4 kann die Klasse zwischen Noten und einer verbalen Beurteilung wählen, darüber entscheidet die Mehrheit der stimmberechtigten Eltern, und zwar innerhalb des ersten Monats nach Unterrichtsbeginn und jeweils für ein Schuljahr. Erst ab Klasse 5 wird durchgängig mit Noten bewertet. Die Halbteilung zwischen schriftlichen und übrigen Leistungen gilt auch hier, sobald Klassenarbeiten geschrieben werden. Und eine Kleinigkeit, die immer wieder für Verwirrung sorgt, die Handschrift wird bis einschließlich Klasse 6 zwar beurteilt, aber ausschließlich verbal. Sie fließt also nicht in die Fachnote ein.

Was jetzt realistisch noch möglich ist

Setzen Sie sich am besten einmal mit Ihrem Kind hin und rechnen Sie die Sache gemeinsam durch, ganz grob und ohne Taschenrechner. Wie viele Arbeiten und Tests stehen in diesem Fach noch an? Wie viele sind schon geschrieben? Kinder unterschätzen ihre Lage nach einer schlechten Arbeit fast immer dramatisch, und diese kleine Rechnung nimmt einer Fünf sehr schnell ihren Schrecken. Danach lohnt der Blick auf die zweite Hälfte. Ein Referat, das freiwillig übernommen wird, eine ordentlich geführte Mappe, regelmäßige Hausaufgaben und ein paar sichere Wortmeldungen bewegen mehr, als die meisten Familien vermuten. Fragen Sie ruhig bei der Lehrkraft nach, ob Ihr Kind zusätzlich etwas übernehmen kann, viele gehen darauf ein.

Nur eines sollten Sie nicht tun, nämlich ausschließlich auf die nächste Arbeit starren. Eine schlechte Note ist ein Symptom, keine Ursache. Wenn dahinter eine echte Lücke steckt, weil ein Thema aus dem letzten Schuljahr nie richtig saß, dann wird die nächste Arbeit ohne Aufarbeitung genauso ausgehen. Was Sie tun können, wenn sich der Rückstand über mehrere Fächer zieht, steht in unserem Ratgeber Schlechtes Zeugnis, was Eltern jetzt tun können.

Warum die Note am Ende trotzdem kein Mittelwert ist

Auch wenn Prozentzahlen im Spiel sind, entsteht die Zeugnisnote nicht durch Division. Die Verordnung räumt der Lehrkraft ausdrücklich Spielraum ein, und im zweiten Halbjahr ist das sogar besonders deutlich geregelt. Während im ersten Halbjahr nur die Leistungen dieses Halbjahres zählen, wird am Jahresende eine Jahrgangsnote aus dem gesamten Schuljahr gebildet, und zwar unter besonderer Berücksichtigung der Lern- und Leistungsentwicklung. Ein Kind, das schwach startet und sich sichtbar steigert, steht am Ende also besser da als der reine Durchschnitt seiner Noten. Genau deshalb ist eine Fünf im September etwas ganz anderes als eine Fünf im Juni. Sagen Sie Ihrem Kind das ruhig so, denn es stimmt und es ist ein starkes Argument gegen den Gedanken, dass jetzt sowieso alles egal ist.

Wenn die Lücke bleibt

Manchmal zeigt sich nach einigen Wochen, dass es nicht an der Vorbereitung auf eine einzelne Arbeit lag. Das Kind arbeitet, und die Noten bleiben trotzdem unten, weil der Anschluss weiter zurück verloren gegangen ist. Dann bringt Üben allein wenig, dann muss jemand herausfinden, wo genau der Faden gerissen ist. Bei Nachhilfe Berlin von AHA! kommt eine Lehrkraft zu Ihnen nach Hause und arbeitet einzeln mit Ihrem Kind, in allen Berliner Bezirken. Bei einem vergünstigten Probetermin von neunzig Minuten sehen Sie in Ruhe, ob die Chemie stimmt und wo die eigentliche Lücke sitzt. Und wenn Sie zunächst nur wissen möchten, was Ihr Kind in Mathematik oder Deutsch gerade wirklich braucht, rufen Sie einfach an. Wir sagen Ihnen ehrlich, wenn wir glauben, dass es auch ohne uns geht.

Häufige Fragen von Eltern

Wie viele Noten braucht eine Lehrkraft, damit sie überhaupt eine Zeugnisnote geben darf?

Eine feste Mindestzahl an Einzelnoten schreibt die Berliner Verordnung nicht vor. Geregelt ist etwas anderes, nämlich die Anwesenheit. Eine Zeugnisnote wird in der Regel nur gebildet, wenn Ihr Kind im Halbjahr mindestens sechs Wochen am Stück oder insgesamt mindestens acht Wochen am Unterricht teilgenommen hat. Wie viele Klassenarbeiten in einem Fach geschrieben werden, ergibt sich aus der Verordnung und aus den Beschlüssen der Schule, danach dürfen Sie fragen.

Zählen Hausaufgaben und die Heftführung wirklich mit?

Ja, beides gehört zu den sonstigen Leistungen und wirkt sich damit auf die zweite Hälfte der Note aus. Bewertet wird dabei nicht, ob eine Hausaufgabe fehlerfrei war, sondern ob sie regelmäßig und erkennbar bearbeitet wurde. Für Kinder, die sich mündlich schwertun, ist das ein angenehmer Hebel, weil er zu Hause in Ruhe zu erledigen ist und niemand dabei zusieht.

Kann ich eine Note anfechten, wenn ich sie für ungerecht halte?

Der erste Schritt ist immer, sich die Note erläutern und begründen zu lassen, darauf haben Sie einen Anspruch. Häufig klärt sich dabei schon, dass eine Teilleistung anders gewichtet wurde als angenommen. Führt das Gespräch mit der Lehrkraft nicht weiter, wenden Sie sich an die Schulleitung. Richtig rechtlich angreifbar sind vor allem Entscheidungen mit echten Folgen, also etwa eine Nichtversetzung oder ein Abschluss, nicht jede einzelne Note. Wenn es um so eine Entscheidung geht, lassen Sie sich schulrechtlich beraten, bevor Fristen verstreichen.

Ihr Kind braucht Unterstützung?

Wir finden die Lehrkraft, die fachlich und menschlich zu Ihrem Kind passt, für Nachhilfe bei Ihnen zu Hause in Berlin.

Kostenlose Erstberatung anfragen

Bereit für entspannte Nachmittage?

Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns. Wir melden uns persönlich innerhalb weniger Stunden.

Schreiben Sie uns