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Ratgeber für Eltern

Probeunterricht fürs Gymnasium in Berlin 2027: was geprüft wird und für wen er sich lohnt

Kurz gesagt: Der Probeunterricht ist ein einmaliger, staatlicher Eignungstest für Kinder, deren Förderprognose nicht fürs Gymnasium reicht. Geprüft werden Deutsch, Mathematik und überfachliche Kompetenzen, bestanden ist er ab 75 Prozent. Im Frühjahr 2026 haben das nur 1,22 Prozent der Teilnehmenden geschafft. Eine Chance ist er trotzdem, aber keine, auf die Sie die ganze Zukunft Ihres Kindes setzen sollten. Und die Integrierte Sekundarschule führt ebenfalls zum Abitur.

Die Zahl macht vielen Berliner Eltern Angst: Von 1.223 Kindern, die im Februar 2026 am Probeunterricht für das Gymnasium teilgenommen haben, konnten nach den Angaben der Senatsverwaltung nur 1,22 Prozent ihre gymnasiale Eignung nachweisen. Das sind rechnerisch rund 15 Kinder in der ganzen Stadt. Wenn Ihr Kind in der sechsten Klasse ist und die Noten für das Gymnasium knapp nicht reichen, steht Ihnen diese Frage jetzt bevor: Soll es das versuchen?

Dieser Text erklärt ohne Panik, was der Probeunterricht ist, was darin verlangt wird und wie Sie die Entscheidung für Ihr Kind treffen können.

Was der Probeunterricht ist und wer ihn braucht

Seit dem Schuljahr 2025/26 gibt es in Berlin das frühere Probejahr am Gymnasium nicht mehr. An seine Stelle ist der Probeunterricht getreten, und zwar vor der Aufnahme. Er ist für Kinder gedacht, deren Förderprognose zu schwach ist, um direkt am Gymnasium angemeldet zu werden. Die Förderprognose entsteht aus den Noten in Deutsch, Mathematik und der ersten Fremdsprache aus zwei Halbjahren, wie wir es im Beitrag Wechsel aufs Gymnasium erklärt haben. Wer dort nicht ausreicht, kann seine Eignung im Probeunterricht nachweisen. Kinder mit ausreichender Förderprognose brauchen ihn nicht.

Die Teilnahme ist freiwillig. Sie melden Ihr Kind dafür gesondert an, die Anmeldung läuft im Februar. Nach den bisher bekannten Terminen für 2027 beginnt das Verfahren Ende Januar, die Anmeldung liegt Anfang Februar, der Probeunterricht selbst folgt gegen Mitte Februar. Die genauen Tage und die Anmeldeunterlagen stellt die Senatsverwaltung für Bildung auf berlin.de ein. Bitte schauen Sie dort selbst nach, bevor Sie planen.

Probeunterricht fürs Gymnasium in Berlin 2027: die Zahlen kennen, ruhig entscheiden, zwei gute Wege zum Abitur
Drei Gedanken für Eltern: die Zahlen kennen, ruhig entscheiden, und wissen, dass es zwei gute Wege gibt.

Was geprüft wird und wie bestanden wird

Der Probeunterricht findet an einem Tag an einem Gymnasium Ihres Bezirks statt. Die Aufgaben sind in ganz Berlin dieselben und kommen in drei Arbeitsheften: eines für Deutsch, eines für Mathematik und eines für überfachliche Kompetenzen, etwa selbstständiges Arbeiten, Problemlösen und Zusammenarbeit in der Gruppe. Deutsch und Mathematik zählen mit je 40 Prozent, der überfachliche Teil mit 20 Prozent.

Entscheidend ist die Schwelle: Die Eignung gilt als nachgewiesen, wenn Ihr Kind mindestens 75 Prozent der erreichbaren Punkte schafft. Das ist anspruchsvoll. Es ist die Marke, die man sonst eher mit einer sehr guten Leistung verbindet. Die Aufgaben der letzten Durchgänge sind veröffentlicht. Sie können sich mit Ihrem Kind ansehen, wie solche Hefte aussehen, ohne dass daraus ein Training werden muss.

Die Zahlen: 2026 und 2025 im Vergleich

2025, im ersten Durchgang, nahmen 1.937 Kinder teil, und 2,6 Prozent konnten ihre Eignung nachweisen, also rund 50 Kinder. 2026 waren es 1.223 Teilnehmende und 1,22 Prozent. Weniger Kinder haben es versucht, und noch weniger haben bestanden.

Die Senatsverwaltung sieht darin eine Bestätigung der Grundschulen: Wenn so wenige Kinder mit zu schwacher Förderprognose den Test bestehen, sei die Förderprognose offenbar treffsicher. Es gibt auch Kritik. Eltern und Elternvertretungen halten die Hürde für zu hoch, im Abgeordnetenhaus wurde gefragt, ob das Verfahren überarbeitet werden sollte. Das Verwaltungsgericht hat das Verfahren im Eilverfahren 2025 dagegen für rechtmäßig gehalten. Ob sich 2027 etwas ändert, ist offen.

Für Sie als Eltern heißt das: Die Statistik ist kein Urteil über Ihr Kind, aber sie ist eine ehrliche Auskunft darüber, wie hoch die Hürde ist.

Für wen sich die Teilnahme trotzdem lohnt

Es gibt Kinder, bei denen der Versuch sinnvoll ist. Etwa, wenn die Noten durch eine Phase gedrückt wurden, die vorbei ist: ein Schulwechsel, eine Krankheit, ein Umzug, eine Lücke in einem einzelnen Fach, die inzwischen geschlossen ist. Auch Kinder, die in Tests besser sind als in Klassenarbeiten, haben hier eine echte Chance. Und wenn Ihr Kind selbst unbedingt will und Prüfungen gut aushält, kostet der Versuch außer einem Vormittag wenig.

Weniger ratsam ist er, wenn Ihr Kind schon bei dem Gedanken Bauchweh bekommt, wenn die Noten dauerhaft deutlich zu schwach sind oder wenn der Wunsch vor allem von Ihnen kommt. Ein gescheiterter Versuch kann am Selbstbild nagen, und das wiegt schwerer als ein verpasster Platz. Wie Sie Ihr Kind auf solche Gespräche ansprechen, ohne Druck aufzubauen, lesen Sie in unserem Beitrag zu gefährdeter Versetzung. Wo Ihr Kind rechnerisch steht, zeigt Ihnen der Gymnasium-Rechner.

Probeunterricht ist nicht Probestunde

Eine Verwechslung kommt häufig vor. Der Probeunterricht ist ein staatlicher Test mit Bestehensgrenze und Folgen für die Schullaufbahn. Eine Probestunde in der Nachhilfe ist dagegen ein unverbindliches Kennenlernen zu Hause, bei dem eine Lehrkraft sieht, wo Ihr Kind steht. Sie ersetzt keinen Test und bewertet nichts. Sie kann aber zeigen, an welcher Stelle in Deutsch oder Mathematik etwas fehlt. Das ist hilfreicher als ein Heft nach dem anderen durchzuarbeiten.

Sie sind unsicher, ob Ihr Kind den Versuch wagen soll?

Eine Lehrkraft von uns kommt zu Ihnen nach Hause, schaut sich in Ruhe an, wo Ihr Kind in Deutsch und Mathematik steht, und sagt Ihnen ehrlich, was realistisch ist.

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Die Integrierte Sekundarschule ist kein Abstellgleis

Wenn der Probeunterricht nicht klappt oder Sie ihn gar nicht erst versuchen, ist der Weg nicht zu Ende. An der Integrierten Sekundarschule führt der Weg ebenfalls zum Abitur, mit einem Jahr mehr Zeit. Für viele Kinder passt das Tempo dort besser, und sie gewinnen Selbstvertrauen, statt am unteren Rand einer Gymnasialklasse mitzulaufen. Entscheidend ist, dass Ihr Kind die Schule als Ort erlebt, an dem es lernen darf.

Planen Sie die Entscheidung daher mit zwei guten Wegen im Kopf, nicht mit einem Plan A und einer Niederlage. So bleibt der Februar ein Termin und wird kein Schicksalstag.

Häufige Fragen zum Probeunterricht

Kann ich den Probeunterricht wiederholen, wenn mein Kind ihn nicht besteht?

Der Probeunterricht gilt für das Aufnahmeverfahren des jeweiligen Jahres. Ob und unter welchen Bedingungen eine Wiederholung möglich ist, regeln die Vorgaben der Senatsverwaltung. Fragen Sie dazu bitte rechtzeitig die Grundschule oder die Schulaufsicht Ihres Bezirks.

Muss mein Kind sich auf den Probeunterricht vorbereiten?

Eine besondere Vorbereitung ist nicht vorgeschrieben. Hilfreich ist, die veröffentlichten Aufgaben einmal gemeinsam anzusehen, damit Ihr Kind die Form der Hefte kennt. Wichtiger als Drill sind ein ausgeschlafenes Kind und gesicherte Grundlagen in Deutsch und Mathematik.

Was passiert nach einem bestandenen Probeunterricht?

Wer mindestens 75 Prozent erreicht, hat die gymnasiale Eignung nachgewiesen und kann im regulären Anmeldeverfahren im März am Gymnasium angemeldet werden. Einen Platz an einer bestimmten Wunschschule garantiert das nicht.

Ihr Kind braucht Unterstützung?

Wir finden die Lehrkraft, die fachlich und menschlich zu Ihrem Kind passt, für Nachhilfe bei Ihnen zu Hause in Berlin.

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